• Naddi

Die Psyche meines Körpers-Mit den Faszien den eigenen, inneren Rhythmus wahrnehmen

Wenn wir auf der Stelle stehen oder Veränderung unmöglich zu sein scheint, liegt es oftmals daran, dass wir nicht unserem eigenen, inneren Rhythmus und Antrieb folgen. Im Nachfolgenden nehme ich dich mit in die Wunderwelt der Faszien und nenne dir ein paar Beispiele, wie du (wieder) auf deine Welle und deinen Rhythmus der Veränderung und des Wachstums eintauchen und mitswingen kannst.



“Der Körper ist nicht, wie die Psychosomatik behauptet, zu 30% dem Geist nachgeordnet, auch nicht zu 99%, sondern zu 100%. Dein Körper spiegelt dir dein Bewusstsein.”Clemens Kuby, Autor und Filmemacher.


"Es gibt keine Materie, sondern nur ein Gewebe von Energien, dem durch intelligenten Geist Form gegeben wurde. Dieser Geist ist Urgrund aller Materie." Max Planck


" [...] Hier gibt es für einen besinnlichen Menschen nur zwei Arten der Einstellung zwischen denen er wählen kann: Entweder Angst und feindseliger Widerstand, oder Ehrfurcht und vertrauensvolle Hingabe. [...] " Max Planck


Wenn mein Körper mein Bewusstsein spiegelt und das Bewusstsein der Urgrund für alle Materie ist, macht das deutlich, dass unser Verstand, unser Herz und unser Körper miteinander in Verbindung stehen und optimaler Weiser einem gemeinsamen, harmonischen Rhythmus folgen.


Vielleicht kennst du das auch, dass du voller Motivation und Power mit einem neuen Fitnessprogramm, einer Ernährungsumstellung oder einer anderen Lebensveränderung beginnst und die ersten Wochen oder vielleicht auch Monate klappt es wunderbar, aber dann kommst du an einen Punkt, an dem du auf der Stelle zu stehen glaubst.


Die alten Verhaltensmuster beginnen sich wieder ein zu schleichen, die Fortschritte beim Trainieren stagnieren, die Kilos werden nicht mehr weniger, etc.


Voller Frust und Ärger möchten wir dann am liebsten wieder hinschmeißen, weil, bringt ja eh nix.


Aber genau hier ist der entscheidende Wendepunkt. Jetzt heißt es, nochmal einen Schritt zurück gehen, die Situation aus einem weiteren Blickwinkel betrachten, Vertrauen fassen und verstehen, was bisher passiert ist.


Das sind die entscheidenden Situationen, die den Unterschied bringen, ob ich wieder nur einer Idee, einem Ideal, einem Wunsch aus der Vergangenheit oder dem Ego hinterher jage, oder ob ich wirklich was verändern möchte. Für mich. Und falls ich das vorhabe, dann verändert sich mein Bewusstsein, weil ich neue Muster etabliere, neue Kompetenzen erlernen, alte Werte über Bord werfe.


Aber dieser vermeintliche Stillstand bezieht sich nur auf das eine Thema, in das wir uns manchmal zu sehr verrennen. Als Beispiel: beim Abnehmen, Trainieren und Muskelaufbau.

Voller Motivation stürzen wir uns zu Beginn in diese neue Lebensphase. Endlich mehr Energie, endlich etwas Neues, endlich das Alte hinter mir lassen.


Und genau darüber freuen sich alle in mir. Diese Zusammenhänge können wir bewusst wahrnehmen. Und durch das bewusste wahrnehmen verändern wir uns ganzheitlich, vernetzt und gewinnen neue Kompetenzen, die uns helfen, noch ein Stück positiver und verbundener das Leben wahrzunehmen.


Es ist eine Erleichterung für den Verstand, wenn wir uns um eine alte Angelegenheit endlich nicht mehr kümmern müssen, weil sie abgeschlossen ist (Beispiel Trainieren, weil ich eine Art der Bewegung entdeckt habe, die mir gut tut). Unser Körper fühlt sich entspannter, stärker und getragener an. Unser Herz kann hüpfen, sich ausdehnen und zusammenziehen und uns somit mit mehr lebensspendenden Energie versorgen

Mein Bewusstsein erweitert sich.


Meine Sicht, meine Meinung, meine Liebe zu mir selbst verändert sich. Wer schaut mich denn an, wenn ich vor dem Spiegel stehe und mich bewerte? Wer freut sich über den kleiner gewordenen Bauch? Wer empfindet den Körper nun anders, kann ihn wieder spüren, besser Luft bekommen?


Ehrlich gesagt, ich weiß es nicht. Höheres Selbst, inneres Kind, verdrehtes Ego…. Alle sind irgendwie ein Teil von mir. Wie eben auch mein Körper und ich bin ein Teil von ihnen.

Und dieses magische Erdenzuhause, in dem wir Menschen täglich leben, ist ein Meisterwerk. Denn auch unser Körper hat ein Bewusstsein und ein Gedächtnis, auch unser Körper kommuniziert mit uns. Intern und extern.


Und diese Kommunikation innerhalb unseres Körpers können wir berücksichtigen und in unser Training oder am Besten in den Alltag integrieren. Unser Körper ist ein Informations-und Aufmerksamkeitssender und -empfänger.


Faszien sind Informationsspeicher


Solltest du mal wieder nicht weiterkommen und auf der Stelle stehen, beobachten, ob deine körperlichen Handlungen mit deinen Gedanken, Gefühlen und Emotionen in Harmonie sind. Werde dir deiner (inneren) Unruhe bewusst. Oder lass´ die letzten Tage nochmal Revue passieren, kamen Konflikte immer wieder? Vielleicht sogar alte, vergessen geglaubte Themen?


Nehmen wir wieder als Beispiel den Muskelaufbau am Bauch. Der Bauch ist umgeben, vernetzt und verbunden mit den Faszien und dem Bindegewebe, dem Herz-Kreislauf-System und dem Nervensystem.


Und sobald sich ein Teil dieser Verbindung verändert, also z.B. durch Sit Ups, Aufbau der tiefen Bauchmuskulatur, kommuniziert dein Fasziengewebe automatisch mit deinem gesamten Gewebe, all deinen (Nerven)-Zellen, von Kopf bis Fuß.


Geist formt die Materie und das Fasziengewebe zählt mit der Haut zu unseren größten Sinnesorganen.


Werde dir dieses Energieschatzes bewusst, ermögliche dir, dieses Lebens-und Körpergefühl wahrzunehmen.

lege hier ein Pause ein und nimm Verbindung zu deinem Fasziennetzwerk auf


Beispiele: fühle deinen Körper, rede innerlich mit deinen Faszien, atme bewusst, entspanne deine Muskulatur


Stimulierst oder veränderst du ein Puzzleteil, verändert sich alles.


Wir Menschen haben ein äußeres und inneres Fasziennetz, das miteinander in Verbindung steht, jede Faszie schließt harmonisch an die andere an.


“Das sensible Fasziensystem ist Sitz zahlreicher Störungen, die durch unterschiedliche Ursachen hervorgerufen werden können. Das Gedächtnis der Faszien speichert die verschiedenen Traumata, die innerhalb des Lebens erlitten werden. Neue Forschungserkenntnisse haben das Verständnis des Zusammenspiels der verschiedenen Einflussfaktoren auf das Fasziensystem verändert.” *


Haben ich also Stellen an meinem Körper, die wenig trainiert sind oder Verletzungen, Rötungen oder Unreinheiten aufweisen, heißt das, dass mein Körpergefühl, meine Energie an diesen Stellen nicht fließen kann oder ich gar nicht weiß, wie ich INNERLICH mit dieser Körperstelle in Verbindung treten kann. Muskeln anspannen z.B. oder an eine bestimmte Körperstelle hin atmen. Aber, wir können das, wenn wir verstehen und erfahren, dass alles in (und um) uns miteinander verbunden ist.


Und das bedeutet, alle Erlebnisse und Erfahrungen, die wir im Laufe unseres Lebens sammeln, speichern sich nicht nur in unserem Gehirn ab, sondern auch in unserem Körper, in unseren Faszien und Zellen.


Beginnen ich nun mit einer Veränderung, einem Neubeginn, merken ich, wie sehr ich innen und außen in Verbindung stehen. Und um etwas zu verändern oder neu beginnen zu können, muss Altes abgeschlossen, entsorgt oder verarbeitet werden.


Ich liebe das Beispiel der Hausrenovierung. Bevor ich damit beginne ein Zimmer zu renovieren oder neu zu gestalten, wurde ich mir darüber bewusst, dass mir das alte nicht mehr gefällt oder es kaputt ist und repariert werden muss.


Der nächste Schritt ist, dass ich mir überlege, wie ich es anders haben möchte, wie das möglich sein könnte und mit was es in Verbindung steht (neue Möbel, andere Aufteilung, etc.)


Trainiere ich also meinen Körper, nehme ab, starte ich mit einem neuen Workshop um mein Mindset zu erweitern, kommen die alten Muster, Programmierungen und Erinnerungen automatisch hoch, denn auf die habe ich ja bisher zugegriffen.


Ich muss mir also bewusst machen, selbst bewusst machen, dass ich es JETZT anders will.

Wir erkennen diese Verbindungen durch unsere (körperlichen) Informationen als wiederkehrende, immer gleiche Konflikte, abgespeicherte Traumata, negativen Erfahrungen, als alte Erinnerungen, die wieder ins (Körper-)Gedächtnis gerufen werden.


Körperlich nehmen wir das als Verspannung oder Blockade war und durch trainieren, massieren, meditieren, fasten, lachen oder weinen werden unsere Faszien, unsere Informationsträger, gelockert.


“Die Faszie ist ein verbindendes Gewebe, welches in einem dreidimensionalen Netzwerk angelegt ist (Tozzi, et al. 2011: 2). Sie erstreckt sich sowohl von Kopf bis Fuß als auch von außen nach innen. Die fasziale Kontinuität weist keine Unterbrechungen auf (Paoletti, 2011: 140-141). Faszien bilden Hüllen um die Muskulatur, die Gefäße, Nerven und sämtliche Organe des Körpers (Kwakman, 2010: 16).” +


Faszien bilden eine Hülle um unseren gesamten Körper im außen und Faszien bilden ein Verbindungsnetzwerk im inneren unseres gesamten Körpers.


Eine eigene Schutzhülle, nur für dich. Ein dich tragendes, mit Kraft und Energie versorgendes Verbindungsnetzwerk.


Aber warum muss ich alte Verhaltensmuster erkennen und für mich lebensbejahend ändern, wenn ich körperlich fitter werden möchte?


Weil die Blockade oder Verspannung im Inneren aus einer traumatischen oder stressigen Erfahrung heraus entstanden ist, deren Erfahrung du wohl noch nicht lebensbejahend für dich gelöst hast oder noch nicht daraus gelernt hast. Oder, wieder der Bauch als Beispiel. Trainiere ich die Bauchmuskulatur, trainiere ich auch die Rückenmuskulatur. Dadurch verändert sich meine Körperhaltung.


Ich möchte aufrechter gehen, bin bisher aber eher geduckt gelaufen und war etwas schreckhaft. Eine aufrechte Körperhaltung steht immer in Verbindung mit einem aufrechten, verbundenen Körpergefühl und je besser dein Körpergefühl umso mehr dein Selbstvertrauen.


“Im Zuge des Heilungsprozesses werden die 3 Phasen - Entzündungsphase, Proliferationsphase und Umbauphase des Gewebes – durchlaufen. Entscheidend in der Umbauphase ist die Belastungsdosierung, damit sich das Gewebe optimal ausrichten und an die Spannungsverhältnisse anpassen kann. Verfrühter Wiedereinsatz führt häufig zu Re-Traumatisierung.”+


Und hier kannst du ansetzen, wenn du mal wieder auf der Stelle zu stehen oder die Orientierung zu verlieren scheinst. Nimm dich selbst als Kompass, nutze deine dir zur Verfügung stehenden Kompetenzen.


Lockerst du gerade Verspannungen im Inneren, wirst du dich durch dein Verhalten, deine Gedankenmuster und Gefühle auch lockern (müssen), damit du eine ganzheitliche Lernerfahrung machen kannst, die dich dauerhaft stärkt und weiterbringt.


Unser Fasziensystem ist unser reichhaltigste Sinnesorgan aus welchem das Zentralnervensystem, also unser Gehirn, die größte Anzahl an Impulsen der sensorischen Neuronen empfängt. Man geht davon aus, dass ca. 80% dieser Impulse aus freien Nervenenden entstammen, somit ist das Fasziennetz das größte Wahrnehmungsorgan des Körpers.


Und wenn die Gedanken rasen, dann rast auch der Körper. Innerliche Unruhe spüren wir immer sowohl körperlich, als auch psychisch.


Das Gehirn ist auch ein von Faszien vernetztes Organ ist. So wie unser Körper ein Bewusstsein hat, so hat auch unser Gehirn, einen Körper. Wenn ich genervt bin und gereizt reagiere, dann ist auch mein körperlich Inneres, meine Nerven, mein Lymphsystem, mein Fasziensystem gereizt.


Herz, Verstand und Körper kommunizieren also auch über die Faszien miteinander.


“Die Fascia superficialis gliedert das venöse System in oberflächliche und tiefe Venen, welche über das Fasziensystem miteinander verbunden sind. Somit steht fest, dass Gefäß- und Lymphsystem untrennbar mit diesem in Verbindung stehen. Faszien ergänzen die zentrale Pumpleistung des Herzens und erleichtern als sogenannte peripher wirksame Pumpe…

... Hohe Spannungen im Fasziensystem können den Rückstrom von Blut und Lymphen auch negativ beeinflussen.


Sind wir also verspannt und gestresst, wird auch unser Herz nicht mehr optimal versorgt. Und würde unser Herz optimal versorgt werden, hätten wir vielleicht weniger Stress.

It´s a cycle.:)


“Die Grundsubstanz der Faszien bildet die erste Barriere für Krankheitserreger und Infektionen. Nach heutigem Kenntnisstand scheint das Immunsystem erst nach Überwindung der Grundsubstanz aktiv zu werden (Paoletti 2011: 123).”*


Ich hoffe, ich konnte dich etwas mit in die Wunderwelt unseres Fasziennetzwerkes nehmen. Wenn du das nächste Mal wieder glaubst nicht weiterzukommen, erinnere dich daran, dass du auch ein Informationsspeicher bist und du eventuell noch nicht alle Puzzelteile in dir auf den neusten Stand gebracht hast.


Wenn dir mein Artikel gefallen oder dir geholfen hat, freue ich mich, wenn du mich auf meiner Facebook Seite besuchst und Nadditopia weiterempfiehlst.


LG

Naddi








weitere Quellenangaben:

Faszinierende Faszien, Clara Barbara Karelly

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